Laufbahnausbildung des höheren technischen Dienstes (technisches Referendariat)

Ausbildungsrichtung Geodäsie und Geoinformation

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Referendare

Ziel
Im technischen Referendariat werden die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Wahrnehmung der Aufgaben des höheren technischen Dienstes vermittelt. Es erfolgt eine praxisgerechte Vorbereitung von Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen wissenschaftlich-technischer Studiengänge als Führungskräfte.
Dabei werden verantwortungsbewusste Persönlichkeiten für das Management in technischen Bereichen herangebildet, die über grundlegende soziale, ökologische und ökonomische Kenntnisse verfügen.

Perspektive
Die Laufbahnausbildung des höheren technischen Dienstes qualifiziert dazu, Führungsverantwortung bei der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation zu übernehmen und bietet darüber hinaus die Möglichkeit, in einer modernen Vermessungsverwaltung mit weitreichenden Aufgaben und besonderen Anforderungen mitzuwirken.
Des Weiteren bildet das technische Referendariat die Voraussetzung für die Zulassung als öffentlich bestellte Vermessungsingenieurin bzw. öffentlich bestellter Vermessungsingenieur.

Voraussetzungen
In das technische Referendariat werden Bewerberinnen und Bewerber zugelassen, die

  1. die gesetzlichen Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis erfüllen
  2. einen erfolgreichen Abschluss eines wissenschaftlichen Studiums des Studiengangs Geodäsie und Geoinformatik/Geoinformation oder eines inhaltlich vergleichbaren Studiengangs im Fachgebiet Geodäsie nachweisen

    Bei dem wissenschaftlichen Studium muss es sich um
    - einen Masterstudiengang an einer Hochschule mit einer Regelstudienzeit von zehn Fachsemestern (einschließlich Praxis-, Prüfungssemester sowie Masterarbeit), der inhaltlich sowie fachlich aufeinander aufbaut und im fachlichen Zusammenhang steht

    oder

    - einen Diplomstudiengang an einer Technischen Hochschule oder Universität oder einer Gesamthochschule mit einer Mindeststudienzeit von acht Fachsemestern (ohne Zeiten für Praxis- und Prüfungssemester sowie Diplomarbeit)
    handeln.
     
  3. grundsätzlich das im Rahmen des Studiums zu erwerbende Wissensspektrum nachweisen:
Grundlagenwissen
  • höhere Mathematik
  • Geometrie
  • Graphische Datenverarbeitung
  • Physik einschließlich der fachbezogenen Bereiche
  • Statistik und Parameterschätzung
  • Informatik
Fachwissen
  • Vermessungskunde
  • Referenz- und Raumbezugssysteme
  • Ausgleichsrechnung
  • Photogrammetrie und Fernerkundung
  • Topographie und Kartographie
  • Ingenieurgeodäsie
  • Liegenschaftskataster und Grundbuch
  • Landentwicklung
  • Planung und Bodenordnung
  • Immobilienwertermittlung
  • Geoinformatik
  • Physikalische Geodäsie
  • Satellitenpositionierung
Ergänzungswissen

Das Studium muss (z.B. durch Wahlmodule) die Möglichkeit bieten, ergänzende Grundkenntnisse in folgenden Bereich zu erwerben, die entsprechend nachzuweisen sind:

  • Führungstechnik/Management
  • Betriebswirtschaft
  • Rechtswissenschaften
  • Umweltschutz
  • Sprachen

Inhalt
Während der Laufbahnausbildung befindet sich die technische Referendarin/der technische Referendar im Beamtenverhältnis auf Widerruf und unterliegt somit sämtlichen beamtenrechtlichen Vorschriften. Die Laufbahnausbildung des höheren technischen Dienstes ist in fünf Abschnitte unterteilt und dauert zwei Jahre. Am Ende steht das Staatsexamen mit einer häuslichen Prüfungsarbeit und schriftlichen sowie mündlichen Prüfungen.

Ausbildungsabschnitt Ausbildungsbehörde

Dauer in Wochen

I Liegenschaftskataster und Landesvermessung, Geobasisinformationssystem

Amt für Bodenmanagement
Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation

14

6

II Landentwicklung

Amt für Bodenmanagement
Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation

12

4

III Landesplanung und Städtebau

Landesplanungsbehörden (Regierungspräsidium)
Kommunalverwaltungen

2

14

IV Geodatenmanagement und Geodateninfrastruktur

Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformationen, Hospitationen außerhalb der Einstellungsbehörde

16
V Seminare und Lehrgänge, Prüfungen

Seminare
Häusliche Prüfungsarbeit, schriftliche Arbeiten unter Aufsicht und mündliche Prüfungen einschließlich Prüfungsvorbereitungen

12

12

Erholungsurlaub ca. 12

Seminare

Veranstaltung Dauer in Wochen
Allgemeines Verwaltungsseminar* 3
Fachbezogenes Verwaltungsseminar* 5
Managementseminar ** 2
Führung und Kommunikation** 1
EU-Seminar** 1

* gemeinsam mit Vermessungsreferendaren der Länder RLP, Thüringen und Saarland
** gemeinsam mit hessischen Referendaren anderer technischer Fachrichtungen

Staatsexamen
Das Staatsexamen gliedert sich in die

  • häusliche Prüfungsarbeit
  • schriftlichen Arbeiten unter Aufsicht und
  • mündliche Prüfung

Prüfungsfächer

  1. Allgemeine Rechts- und Verwaltungsgrundlagen
  2. Führungsaufgaben und Wirtschaftlichkeit
  3. Liegenschaftskataster und Landesvermessung, Geobasisinformationssystem
  4. Landentwicklung
  5. Landesplanung und Städtebau
  6. Geodatenmanagement und Geodateninfrastruktur

In der häuslichen Prüfungsarbeit hat die Referendarin / der Referendar eigenständig innerhalb von 6 Wochen eine vom Oberprüfungsamt gestellte Aufgabe zu bearbeiten. Die häusliche Prüfungsarbeit geht mit 20 Prozent in die Gesamtnote ein.

Die Zulassung zu den schriftlichen Aufgaben unter Aufsicht erfolgt bei bestandener häuslicher Prüfungsarbeit. Bei den schriftlichen Arbeiten unter Aufsicht folgt aus den sechs Prüfungsfächern je eine schriftliche Arbeit unter Aufsicht in jeweils sechs Stunden an vier aufeinanderfolgenden Tagen. Die Durchschnittspunktzahl aller schriftlichen Arbeiten unter Aufsicht geht mit 30 Prozent in die Gesamtnote ein.

Die Zulassung zur mündlichen Prüfung erfolgt bei bestandenen schriftlichen Arbeiten unter Aufsicht. Die mündliche Prüfung erstreckt sich über zwei Tage und beinhaltet alle sechs Prüfungsfächer. Sie macht 50 Prozent der Gesamtnote aus

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