Airborne Laserscanning (ALS)

Airborne Laserscanning (ALS) ist ein luftgestütztes, aktives Messverfahren zur Ermittlung der Höhenstruktur der Erdoberfläche.

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Laserscan

Die Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation (HVBG) hat in 2014 ein landesweites Airborne Laserscanning (ALS) erfolgreich abgeschlossen. Die hessische Landesfläche ist damit erstmalig komplett mittels Laserdaten erfasst. Die Laserdaten sind die Voraussetzung für die Herstellung eines flächendeckenden, hochauflösenden Digitalen Geländeund Oberflächenmodells (DGM / DOM), u. a. als Grundlage für Hochwasserkarten und -pläne. Die HVBG rundet damit das Datenportfolio im Bereich Landesvermessung mit hochauflösenden 3D-Daten ab. Großes Interesse an den Daten ist neben der Umweltverwaltung auch im kommunalen Sektor, im Denkmalschutz und in der Energiewirtschaft zu verzeichnen. Insbesondere zum Zweck der Fortschreibung der Hochwasserrisikomanagementpläne im Umweltressort (sechsjähriger Zyklus) besteht für die Laserscandaten Aktualisierungsbedarf. Mit „Laserscan 2“ trägt die HVBG diesem Anspruch Rechnung.

Das Verfahren

Beim Laserscanning wird die Erdoberfläche sowie die sich auf ihr befindlichen Objekte mittels eines Laserstrahls systematisch abgetastet. Die Bestimmung der dreidimensionalen Lage der so entstandenen Messpunkte erfolgt aus der Kombination der Informationen dreier Systeme:

Ein GNSS-Empfänger (z.B. NAVSTAR-GPS = NavigationSystem with Timing and Ranging - GlobalPositioning System) zeichnet die punktuelle Positiondes Flugzeuges auf. Über ein Inertialsystem (INS = Inertial NavigationSystem) wird die Fluglage des Flugzeugs bestimmt
(Winkel quer, Winkel senkrecht und Winkel längs der Flugachse). Der Laserscanner sendet Laserstrahlen in bekannten Winkeln aus. Über die Laufzeitlänge ist die zurückgelegte Strecke des Laserstrahls messbar.

Die so erreichbaren Genauigkeiten für einen Messpunkt liegen bei ca. 15 cm in der Höhe und bei ca. 30 cm in der Lage. Die Messpunktdichte kann mehrere Punkte pro m² betragen.

Das Ergebnis des Laserscanning - die sogenannte Punktwolke - wird im Rahmen der Datenprozessierung mit geeigneter Software weiter bearbeitet. Zunächst erfolgt eine Klassifizierung nach Bodenpunkten, Nicht-Bodenpunkten und sonstigen Punkten. Die Bodenpunkte werden zur Berechnung der digitalen Geländemodelle (DGM) genutzt; die Nicht-Bodenpunkte (Vegetation, Gebäude, Brücken etc.) werden zur Ableitung von Digitalen Oberflächenmodellen (DOM) benötigt. Sonstige Punkte fließen in die Ableitung der DGM bzw. DOM nicht ein.

Anwendungsfelder

  • Lärm- und Emissionsschutz
  • Abfluss- und Strömungssimulationen in der Wasserwirtschaft
  • Analysen für Solaranlagenstandorte
  • 3D-Stadt-/Gebäudemodelle
  • Planung großflächiger Bauvorhaben
  • Sichtbarkeitsuntersuchungen
  • Standortanalysen für Windkraftanlagen
  • Archäologie und Denkmalschutz
  • Sendenetzplanungen für Mobilfunk
  • Bodenkunde / Bodenschutz
  • 3D-Simulationen für Touristik, Forschung und Lehre
  • Land- und Forstwirtschaft

Folgende Produkte können abgeleitet werden:

  • Unklassifizierte Punktwolke in Full-Wave-Form
  • Klassifizierte Punktwolke in Boden-, Nicht-Boden- und sonstige Punkte, (LAS Version 1.3)
  • DGM1, Gitterweite 1m, (ASCII)
  • DOM1, Gitterweite 1m, (ASCII)
  • DHMx, Gitterweite beliebig, (ASCII)
  • Höhenlinien mit beliebiger Äquidistanz, (Shape, DXF)
  • Graustufenschummerungen, (Tiff)
  • Sonderprodukte nach Kundenwunsch

Datenabgabe

Die Rohdaten liegen in einer 3D-Punktwolke als LIDAR-Daten vor und werden als solche abgegeben.

Preisübersicht
832131 Laserscanning-Daten, Primärdaten im LAS- oder ASCII-Format, Punktdichte: Mindestens 4 Punkte je m²
8321311 1 - 500 km² abgegebene Fläche je km² 100,00 €
8321312 501 - 5.000 km² abgegebene Fläche je km² 50,00 €
8321313 5.001 - 25.000 km² abgegebene Fläche je km² 25,00 €

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