Airborne Laserscanning (ALS)

Airborne Laserscanning (ALS) ist ein luftgestütztes, aktives Messverfahren zur Ermittlung der Höhenstruktur der Erdoberfläche.

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Laserscan

Beim Laserscanning wird die Erdoberfläche sowie die darauf befindlichen Objekte mittels eines Laserstrahls systematisch erfasst. Die Bestimmung der dreidimensionalen Lage der so gewonnen Messpunkte erfolgt aus der Kombination der Informationen dreier Systeme:

Ein GNSS-Empfänger (z.B. NAVSTAR-GPS = NavigationSystem with Timing and Ranging - GlobalPositioning System) zeichnet die punktuelle Position des Flugzeuges auf. Über ein Inertialsystem (INS = Inertial NavigationSystem) wird die Fluglage des Flugzeugs bestimmt (Winkel quer, Winkel senkrecht und Winkel längs der Flugachse). Der Laserscanner sendet Laserstrahlen in bekannten Winkeln aus. Über die Laufzeitlänge ist die zurückgelegte Strecke des Laserstrahls messbar.

Das Ergebnis des Laserscanning - die sogenannte Punktwolke - wird im Rahmen der Datenprozessierung weiterverarbeitet. Zunächst erfolgt eine Klassifizierung nach Bodenpunkten, Nicht-Bodenpunkten und sonstigen Punkten. Die Bodenpunkte werden zur Berechnung der digitalen Geländemodelle (DGM) genutzt; die Nicht-Bodenpunkte (Vegetation, Gebäude, Brücken etc.) werden zur Ableitung von Digitalen Oberflächenmodellen (DOM) benötigt. Sonstige Punkte fließen in die Ableitung der DGM bzw. DOM nicht ein.

Aktualisierung

Die hessische Landesfläche ist seit 2014 komplett mittels Laserdaten erfasst. Im sechsjährigen Zyklus wurden die ALS-Daten seit 2015 aktualisiert. Die zweite landeweite Kampagne „Laserscan 2“ wurde 2021 abgeschlossen.

Genauigkeit

Die Genauigkeit für einen Messpunkt liegt bei ca. 15 cm in der Höhe und bei ca. 30 cm in der Lage. Die Punktdichte beträgt mindestens 4 Punkte je m².

Anwendungsmöglichkeiten

  • Fortschreibung der Hochwasserrisikomanagementpläne im Umweltressort
  • Abfluss- und Strömungssimulationen in der Wasserwirtschaft
  • Lärm- und Emissionsschutz
  • Analysen für Solaranlagenstandorte
  • 3D-Stadt-/Gebäudemodelle
  • Planung großflächiger Bauvorhaben
  • Sichtbarkeitsuntersuchungen
  • Standortanalysen für Windkraftanlagen
  • Archäologie und Denkmalschutz
  • Sendenetzplanungen für Mobilfunk
  • Bodenkunde / Bodenschutz
  • 3D-Simulationen für Touristik, Forschung und Lehre
  • Land- und Forstwirtschaft

Aus den ALS-Daten können folgende Ableitungen erzeugt werden:

  • DGM1
  • DOM1

Datenformat

LAS1.3-Format, auch als LAZ-Komprimierung möglich.

Georeferenzierung

ETRS89/UTM/32N und DHHN2016_NH

Datenbereitstellung

Bei der Bereitstellung von ALS-Daten fallen Gebühren nach Zeitaufwand gemäß Kostenordnung an.

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