1.026 Hektar in Erda neu geordnet

Das Flurbereinigungsverfahren Hohenahr–Erda ist abgeschlossen. Hans Kammler, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft (TG), Hohenahrs Bürgermeister Armin Frink und Verfahrensleiter Burkhard Frös vom Amt für Bodenmanagement (AfB) Marburg zogen gemeinsam mit weiteren Beteiligten Bilanz.

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Flurbereinigungsverfahren Erda Ende

„Ausschlaggebend für die Einleitung des Verfahrens war die ausgeprägte Besitzzersplitterung. Sie entstand durch die lang andauernde Anwendung des Realteilungsrechts. So hatten die Flurstücke vor der Flurbereinigung eine mittlere Größe von lediglich circa 2.000 Quadratmeter und waren im Schnitt nur 120 Meter lang“, führte Frös zu Beginn der Feierstunde aus.

1.026 Hektar, fast die gesamte Gemarkung Erda mit Ausnahme der Ortslage, wurden neu geordnet. Insgesamt sind durch die Bodenordnung aus über 3.300 Flurstücken rund 1.400 größere und besser geformte Grundstücke sowie ein Wege- und Gewässernetz entstanden, das den heutigen modernen und wirtschaftlichen Anforderungen gerecht wird. Die durchschnittliche Schlaglänge der landwirtschaftlich genutzten Grundstücke verdoppelte sich sogar von 120 Meter auf 250 Meter.

„Ich hätte nie gedacht, dass ein Flurbereinigungsverfahren so lange dauert, doch wenn man verstanden hat, was alles dahintersteckt, erklärt sich die Zeit“, so das Fazit von Frink. Von zwei Wegebaumaßnahmen profitiert die Erdaer Bevölkerung ganz besonders: Zum Einen von der Verbindung zwischen den beiden Gewerbegebieten Erdas, mit der neuen Brücke über die Aar, und zum Zweiten vom Bau des verkehrsgerechten Zufahrtsweges mit Buswendeschleife zur Grundschule. „Dadurch ist der Schulweg für unsere Jüngsten viel sicherer geworden“, freute sich Frink.

TG-Vorsitzender Kammler hob in seiner Rede das vorausschauende Handeln der Kommune hervor, die bereits vor Einleitung des Flurbereinigungsverfahrens in den 80-er Jahren ausreichend Landbesitz erworben habe, um Maßnahmen wie Waldrandgestaltung, Bachlaufrenaturierung und Biotopvernetzungen zu ermöglichen. „Ich bedanke mich bei meinen Mitstreitenden im Vorstand und den mit der Abwicklung des Verfahrens betrauten Bediensteten des AfB, die mit ihrer Kompetenz und Besonnenheit die Flurbereinigung zu einem letztendlich erfolgreichen Abschluss gebracht haben.“

Das Gewässernetz der Gemarkung erhielt bis zu zehn Meter breite Uferrandstreifen, insgesamt fast 22 Kilometer. Diese Verbreiterung der Bachparzellen ermöglicht eine ungestörte und bessere ökologische Eigenentwicklung, der Nährstoffeintrag wird reduziert und die Gewässerdynamik gefördert. Ferner bieten die Uferrandstreifen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Für entfallene Wege in den landwirtschaftlichen Flächen, die der Tier- und Pflanzenwelt als wertvolle Vernetzungsstrukturen und Lebensräume dienten, wurden Saumstreifen und unbefestigte Wege neu angelegt und zusätzlich gezielt Ackerflächen in Grünland umgewandelt.

Gemeinsam mit dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft und den Bürgerinnen und Bürgern wurden die Thementafeln „Typisch Erda“ entwickelt und in der Gemarkung aufgestellt. Diese informieren über orts- und gemarkungsspezifische Themen, wie Geschichte, Tier- und Pflanzenarten, Geografie, Geologie, Landwirtschaft und einiges mehr. Dabei wirkten auch Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klasse der Dünsbergschule mit.

„Letztlich sind es die Vielzahl und die Ausgewogenheit aller Maßnahmen, die den Erfolg des Flurbereinigungsverfahrens in Erda ausmachen. Der Zweck des Verfahrens und damit die gesetzten Ziele wurden in hohem Maße erreicht“, so Burkhard Frös.

Im Flurbereinigungsverfahren wurden mehr als zwei Millionen Euro investiert. EU, Bund und Land förderten rund 85 Prozent dieser Kosten. Der verbleibende Rest wurde überwiegend von der Gemeinde Hohenahr getragen.

Zur Dokumentation wurde eine Broschüre zum Flurbereinigungsverfahren Hohenahr-Erda erstellt, die bei der Gemeinde erhältlich ist oder digital im Internet zur Verfügung steht unter: https://hvbg.hessen.de/F986

Ralf Ufer, zuständiger Abteilungsleiter im AfB Marburg überreichte Urkunden zum Dank für den jahrelangen Einsatz an den Vorstand der TG: “Es ist heute leider nicht mehr selbstverständlich, sich in seiner Freizeit ehrenamtlich einsetzen. Nur mit ihrer Unterstützung sind diese guten Ergebnisse im Verfahren erreicht worden. Sie haben sich damit in besonderer Weise um die zukunftsfähige Entwicklung der Gemarkung Erda verdient gemacht“, führte Ufer aus.

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