Ein Pfundskerl, der Grundstücke verschwinden lässt

Peter Lang arbeitet 40 Jahre in der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation (HVBG). Die Liebe zur Mathematik und zum Zeichnen führten den Vermessungstechniker aus dem Kirchhainer Ortsteil Stausebach einst zu Flur- und Grundstücken. Seit 1986 ist er in Marburg tätig beim heutigen Amt für Bodenmanagement (AfB) Marburg. Anlässlich seines Jubiläums hat er seinen Werdegang noch einmal Revue passieren lassen.

Lang_480x.jpg

Jubilar Peter Lang

In einer Feierstunde würdigte Amtsleiterin Stefanie Flecke das Engagement von Peter Lang in den vergangenen 40 Jahren und überreichte als Anerkennung zusammen mit der Urkunde ein Geschenk. Die Glückwünsche der Kolleginnen und Kollegen überbrachte Tobias Rhiel vom Personalrat. Lobende Worte gab es auch von seinem Team: „Unglaublich nett, hilfsbereit, lösungsorientiert und immer gut drauf. Einfach ein Pfundskerl!“

Lang kennt sich bestens mit allen Arten von Katasterunterlagen aus, ob in Papierform oder digital. Dank seiner Arbeit werden öffentliche Register und Liegenschaftskarten für die Landkreise Gießen, Lahn-Dill und Marburg-Biedenkopf übersichtlicher. Fast täglich sorgt er für weniger Flur- beziehungsweise Grundstücke, die aus einem oder mehreren Flurstücken bestehen. Die dafür nötigen Vereinigungs-/Verschmelzungsanträge stellen Eigentümerinnen und Eigentümern meist persönlich bei ihm. Lang erläutert: “Ohne die Unterschriften der Grundstücksbesitzenden kann ich nicht arbeiten. Viele reisen von weit an, oft auch aus dem Ausland. Natürlich nicht immer. Aktuell warte ich auf Post aus Fernost. Auf diesen Anträgen sind die Unterschriften dann von einem deutschen Konsulat oder einer Botschaft beglaubigt. Stimmen die Voraussetzungen können beispielsweise schon mal 20 Grundstücke zu einem Einzigen zusammengefasst werden. Die übrigen 19 verschwinden dann aus den aktuellen Verzeichnissen. Bei fast einer Million Flurstücke im Amtsbezirk des AfB gibt es immer was zu tun“, erklärt Experte Lang lachend. 

Für mehr Übersicht sorgt Lang noch auf andere Weise. Alte Unterlagen, die digitalisiert, nicht mehr maßgeblich oder überholt sind, beispielsweise nach einer Flurbereinigung oder Baulandumlegung, gibt er an die Hessischen Staatsarchive weiter. Diese Unterlagen bleiben dort verfügbar und können bei Bedarf angefordert werden. „Das ist gut so! Im Grundbuch und im Kataster sind dieselben Flurstücke verzeichnet oder gerade in Bearbeitung. Ist beides nicht der Fall, muss ich Flurstücke auch mal suchen und deren Existenz beziehungsweise Entstehung beweisen. In so einem Fall kann ein Fehler behoben werden, weil ich auf die lückenlose Historie der Flurstücke zurückgreifen kann“, berichtet Lang.

Als Lang 1980 den Ausbildungsvertrag zum Vermessungstechniker unterschrieb, hatte er bereits eine andere ortsnahe Ausbildungsstelle sicher „in der Tasche“. Doch attraktiver war für ihn die Aussicht, während der Ausbildung zum Vermessungstechniker, seine Vorlieben für Mathematik und Zeichnen kombinieren zu können. Dafür nahm er gerne den weiteren Weg nach Gießen in Kauf, ins damalige Katasteramt. Dort schloss er erfolgreich die Ausbildung ab und wechselte in die Dienststellen nach Marburg und Biedenkopf. 1985 begann er eine weitere Ausbildung. Dabei erweiterte er in Schwalmstadt, Gießen und Wiesbaden erfolgreich sein Wissensspektrum und wurde zum technischen Beamten ernannt. Seit 1986 befindet sich sein Arbeitsplatz in Marburg. Seine ersten Aufgaben entsprachen noch seinen mathematischen und zeichnerischen Vorlieben. Damals war ihm das Kartieren und Zeichnen von Grundstückskarten (Liegenschafts-) mit Stechzirkel, Tusche, Ziehfeder und Nullenzirkel genauso vertraut wie der Umgang mit Messungsunterlagen und das „handwerkliche“ Anfertigen von Zahlennachweisen für den vermessungstechnischen Außendienst. Heute werden amtliche Geobasisdaten, gleich welcher Art, ausschließlich digital geführt.

„Ich mag meine Arbeit sehr. Sie ist abwechslungsreich, vielseitig und ich komme mit unterschiedlichsten Menschen in Kontakt. Dabei ist meine Hörbehinderung eine besondere Herausforderung. Doch mit Humor und Spaß für mich meist leicht zu lösen“, so Lang zum Abschluss. Zu seinen Hobbys zählt Lang das Skifahren und seine „eineinhalb“ Pferde. Das „Halbe“, ein kleines Shetlandpony, misst 90 Zentimeter, ein Haflinger ist das „ganze“ Pferd. Darüber hinaus sehen ihn die Stausebacher auf dem Traktor sitzend unterwegs ins Feld, denn seine Pferde bekommen nicht irgendetwas, sondern das eigene Bioheu.

Kontakt für Pressevertreter
Pressesprecher: Herr Uwe Gärtner
Telefon: +49 611 / 535 - 5563
Fax: +49 611 / 327 60 50 39
E-Mail: uwe.gaertner@hvbg.hessen.de

Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation
Schaperstraße 16
65195 Wiesbaden

Hessen-Suche