Erstmals innerhalb eines Jahres über 10.000 Immobilien verkauft

Rund 1,4 Milliarden Umsatz sowie fünf Prozent mehr Eigentumswechsel – das sind nur ein paar der Zahlen aus dem neuen Immobilienmarktbericht 2020. Der Report aus der Region wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden des Gutachterausschusses, Lothar Dude-Georg, zusammen mit Fachbereichsleiter Peter Moos im Amt für Bodenmanagement Marburg vorgestellt. Er bündelt nicht nur die Entwicklung des Immobilienmarkts im vergangenen Jahr, sondern auch Fakten darüber, wie viel Geld für den Kauf von Immobilien investiert wurde oder wohin sich die Preise für Wohnungen und Eigentum insgesamt bewegen.

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Immobilienmarktbericht 2020 AfB Marburg

Erstmals wurde die Grenze von 10.000 beurkundeten Kaufverträgen im Auswertungsgebiet überschritten, so wurden von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses fünf Prozent mehr Eigentumswechsel ausgewertet als 2018. Ein beachtliches Plus von über 24 Prozent verzeichnet auch der Geldumsatz, er liegt bei 1.375 Millionen Euro. Eher seltene Verkäufe von ganzen Immobilienbeständen (Portfolios) sind für diese starke Steigerung mitverantwortlich.

Die Anzahl der Baulandverkäufe in Wohn- und Mischgebieten ist leicht rückläufig. 2019 wurden insgesamt drei Prozent weniger Bauplätze als im Vorjahr verkauft. Der Jahresmittelwert aller registrierten Bodenpreise für Bauplätze in Wohn- und Mischgebieten liegt mit 103 Euro pro Quadratmeter knapp zwei Prozent über dem Niveau des Vorjahres. In den Teilgebieten unterscheidet sich der Jahresmittelwert stark. So wurden im Stadtgebiet Wetzlar die Vorjahreswerte von 2017 und 2018 übertroffen, während die Bodenpreise der übrigen Teilregionen immer noch deutlich hinter den Bodenpreisen von 2017 zurückblieben. Die Bauplatzumsätze insgesamt (Geld, Fläche, Anzahl) übertreffen ausschließlich im Lahn-Dill-Kreises das Niveau des Spitzenjahres 2017 und liegen ansonsten deutlich darunter.

Veränderungen werden grundsätzlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Der Immobilienmarktbericht enthält für jede Kommune Auswertungen zu den Verkäufen von Bauland und Einfamilienhäusern. In einigen Orten war die Nachfrage noch deutlich höher als das Angebot. Deshalb weichen manche Kaufinteressierte auf Angebote in benachbarte Stadt- und Ortsteile aus. Dies wirkt sich neben anderen Einflüssen auf den durchschnittlichen Quadratmeterpreis des Jahres 2019 aus. Auch 2019 wurden wieder mehr gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft und teurer gehandelt als 2018. Für ein Referenzobjekt „Einfamilienhaus Baujahr 1984, mit 150 Quadratmeter Wohnfläche, 700 Quadratmeter Grundstück und einem Bodenwert von 110 Euro pro Quadratmeter“ musste im Schnitt fünf Prozent mehr bezahlt werden.

Eine außergewöhnlich hohe Anzahl von 271 neuen Eigentumswohnungen (ohne Service-Wohnungen, z. B. Pflegewohnungen in Seniorenheimen) standen 2019 zum Verkauf. Einen solchen Umfang an verkauften Neubau-Eigentumswohnungen wurde zuletzt in den 90-er Jahren registriert. Die Preise für Eigentumswohnungen, neu oder gebraucht, ziehen seit 2015 kontinuierlich an. Die Preissteigerung 2019 für neue Eigentumswohnungen hat sieben Prozent betragen, der mittlere Quadratmeterpreis 3.120 Euro. Etwas weniger als die Hälfte haben gebrauchte Eigentumswohnungen gekostet. Hier wurde ein Durchschnittspreis von 1.517 Euro für den Quadratmeter Wohnfläche ermittelt, eine Preissteigerung von knapp fünf Prozent. Insgesamt sind die gehandelte Anzahl der Eigentumswohnungen und der Geldumsatz um zweistellige Prozentwerte bis zu 25 Prozent gestiegen. Eigentumswohnungen spielen in den ländlichen Teilregionen von Mittelhessen eine untergeordnete Rolle. Allerdings gibt es in den zentralen Kernorten auch andere Beobachtungen. So hat sich 2019 die Verkaufszahl der neu gebauten Eigentumswohnungen in Wetzlar gegenüber dem Vorjahr um 63 Prozent erhöht.

Der Immobilienmarktbericht 2020 steht für Transparenz auf dem Immobilienmarkt. Er umfasst den Immobilienmarkt der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Gießen (ohne die Städte Marburg und Gießen) und den gesamten Lahn-Dill-Kreis. Für diese Regionen werden im Bericht die Entwicklungen von 2012 bis 2019 aufgezeigt. Einzelne Auswertungen betrachten noch längere Zeiträume. Neben klassischen Wohnungs- und Häuserentwicklungen enthält der Bericht auch Umsatzzahlen und Preise für Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsflächen sowie Gartenland. Er hilft Leserinnen und Lesern beispielsweise damit, den Kaufpreis eines Einfamilienhauses zu ermitteln und stellt Daten speziell zur Wertermittlung für Sachverständige zur Verfügung.

Ein Exemplar ist für 50 Euro in digitaler Ausführung erhältlich bei der Geschäftsstelle der Gutachterausschüsse unter der Telefonnummer 06421 3873-3330 oder per E-Mail an gs-gaa-afb-mr@hvbg.hessen.de.

Kontakt für Pressevertreter
Pressesprecher: Herr Uwe Gärtner
Telefon: +49 611 / 535 - 5563
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Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation
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65195 Wiesbaden

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