Grenzsteine – Zeugen der Geschichte

Überall in Feld und Flur stehen sie noch: große, alte, behauene Steine, teilweise mit Wappen verziert, manche schon stark verwittert, einige bereits schief sitzend oder im Gebüsch versteckt liegend: Historische Grenzsteine. Eine ganze Reihe von engagierten Heimatforschern hat sich zum Ziel gesetzt, diese Kleindenkmäler systematisch zu erfassen, zu dokumentieren und zu überwachen – einer davon ist jetzt auch Roland Sattler. Am 7. Juni 2017 hat ihm Thomas Knöll, Amtsleiter des Amtes für Bodenmanagement (AfB) Heppenheim, seine Ernennungsurkunde zum Obmann für historische Grenzsteine im Lützelbacher Rathaus überreicht.

270_Fulda-Hanau-klein.png

Historischer Grenzstein

Historische Grenzsteine dokumentieren die Vielfalt der alten Herrschafts­bereiche der Grafschaften, Fürstentümer und Länder. Sie besitzen teilweise immer noch die Funktion zur Kennzeichnung von aktuellen Eigentumsgrenzen, sind aber auch wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Bedeutung Kulturdenkmäler im Sinne des Denkmalschutz­gesetzes. Die Grenzsteine stellen somit unverzichtbare Werte im Heimat- und Geschichts­verständnis der Menschen dar.

Durch Veränderungen in der Landschaft und fortschreitende Technisierung, aber auch durch private Sammlerleidenschaft sind die historischen Grenzsteine mittlerweile besonders gefährdet. Es ist daher nicht nur aus rechtlichen, sondern auch aus historischen Gründen wichtig, diese Zeugen der Vergangenheit besonders zu schützen. Das Beschädigen, Zerstören oder Entfernen von historischen Grenzsteinen muss sogar unter Umständen nach dem Strafgesetzbuch verfolgt werden.

Eine ganze Reihe von engagierten Heimatforschern hat sich zum Ziel gesetzt, diese Kleindenkmäler systematisch zu erfassen, zu dokumentieren und zu überwachen. Unter der Regie des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation (HLBG) werden die Personen formell zu Obleuten ernannt und die Arbeiten landesweit koordiniert. Der „Verein zur Pflege historischer Grenzmale Hessen e.V.“, die Ämter für Bodenmanagement und die unteren Denkmalschutzbehörden unterstützen die Obleute im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Diese Zusage hat Jürgen Vogt, Abteilungsleiter für den Bereich des Liegenschaftskatasters im Amt für Bodenmanagement Heppenheim (AfB), Roland Sattler gegeben. „Ich freue mich, dass es in unserer Gemeinde jemanden gibt, der sich dieser Aufgabe in seiner Freizeit widmen will“, so der Lützelbacher Bürgermeister Uwe Olt.

Roland Sattler ist zuständig für die Bereiche der Gemarkungen Breitenbrunn, Haingrund, Lützel-Wiebelsbach, Rimhorn und Seckmauern. Der Leiter des AfB Heppenheim, Thomas Knöll, dankte Sattler für seine Bereitschaft, dieses Ehrenamt auszuüben und übergab die offizielle Urkunde im Namen des Präsidenten des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation (HLBG), Dr. Hansgerd Terlinden. „Und damit Sie auch die Berechtigung für Ihre Nachforschungen und Erfassungsarbeiten nachweisen können, bekommen Sie auch noch einen entsprechenden Ausweis dazu“, so Knöll.

Nach der Erfassung der Kleindenkmäler werden sie in der Dokumentation „Historische Grenzsteine“ beim Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation veröffentlicht und gegebenenfalls in der von dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen herausgegebenen Schriftenreihe „Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland – Kulturdenkmäler in Hessen“ und im digitalen Geoinformationssystem „denkXweb“ nachgewiesen.

Der „Verein zur Pflege historischer Grenzmale Hessen e.V.“ unterstützt und organisiert hessenweit die Arbeit der Obleute und ist unter www.grenzmale-hessen.com zu finden.

Kontakt für Pressevertreter
Pressesprecher: Herr Dr. Thomas Rossmanith
Dezernatsleitung Steuerung HVBG, Öffentlichkeitsarbeit, Recht
Telefon: +49 611 / 535 - 5399
Fax: +49 611 / 535 - 5309
E-Mail: thomas.rossmanith@hvbg.hessen.de

Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinfomation
Schaperstraße 16
65195 Wiesbaden

Hessen-Navigator

Wie können wir Ihnen helfen? Geben Sie einen Suchbegriff ein.