Investitionen für individuellen Wohnraum steigen weiter

Der Geldumsatz bei Ein- und Zweifamilienhäusern erhöht sich um fast 15 Prozent – das ist eines der Ergebnisse der aktuellen Trendmeldung. In allen drei Landkreisen (Gießen, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill) steigt die Anzahl der verkauften Objekte. Nur in der Stadt Wetzlar wurden weniger Verkäufe registriert. Im Bereich der Bauplätze ändern sich die Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahr kaum. Einzig im Landkreis Marburg-Biedenkopf stiegen die Verkäufe. Die Trendmeldung wird vom Gutachterausschuss für Immobilienwerte herausgegeben. Sie umfasst die Landkreise Gießen, Marburg-Biedenkopf (ohne die Universitätsstädte Gießen und Marburg) und den Lahn-Dill-Kreis mit der Stadt Wetzlar.

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Collage mit Karte der Landkreise Gießen, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill

Etwa 90 bis 95 Prozent der notariellen Kaufverträge des vergangenen Jahres wurden durch den Gutachterausschuss bereits ausgewertet. Deutlicher Trend: Im gesamten Gebiet steigt die Anzahl der verkauften Ein- und Zweifamilienhäuser um mehr als vier Prozent. Während im Landkreis Gießen fast zehn Prozent, im Landkreis Marburg-Biedenkopf fast acht Prozent und im Lahn-Dill-Kreis etwas über ein Prozent mehr Verkäufe registriert wurden, gingen in Wetzlar die Verkaufszahlen um fast 14 Prozent zurück. Verantwortlich dafür dürfte das begrenzte Angebot in Wetzlar sein, so Tobias Rhiel von der Geschäftsstelle im Amt für Bodenmanagement Marburg.

Der Aufwärtstrend für Ein- und Zweifamilienhäuser wird auch bei den durchschnittlichen Objektpreisen sichtbar. Sie sind im Jahr 2020 durchschnittlich um zehn Prozent gestiegen (Landkreis Gießen plus zehn Prozent; Landkreis Lahn-Dill plus 13 Prozent; Stadt Wetzlar plus zwölf Prozent; Landkreis Marburg-Biedenkopf plus drei Prozent). Von Süd nach Nord ist ein Preisgefälle erkennbar. Objekte im Landkreis Gießen sind deutlich teurer als Objekte im Landkreis Marburg-Biedenkopf und im Lahn-Dill-Kreis. Nur in Wetzlar ist Wohnraum teurer als im Landkreis Gießen.

Im Landkreis Gießen wurden knapp 15 Prozent weniger und im Lahn-Dill-Kreis fast sechs Prozent weniger Bauplätze verkauft. Nur im Landkreis Marburg-Biedenkopf wechselten im vergangenen Jahr 15 Prozent mehr Bauplätze die Eigentümerin bzw. den Eigentümer. Insgesamt lag der mittlere Baulandpreis im Untersuchungsgebiet bei 93 Euro pro Quadratmeter und damit über neun Prozent unter dem Vorjahreswert (2019: 102 Euro pro Quadratmeter). Diese Entwicklung sei kein Hinweis auf sinkende Preise: „Bauplätze werden weiter nachgefragt, doch der Bedarf an Flächen kann häufig nur in stadtfernen Gebieten und daher oft preiswerteren Lagen, bedient werden“, so Rhiel. In Neubaugebieten steigen die Baulandpreise weiter an.

Den Trend der steigenden Baulandpreise bestätigt auch das Verhältnis des tatsächlichen gezahlten Baulandpreises zu den festgelegten Bodenrichtwerten, zuletzt festgestellt zum Stichtag 1.1.2020. Bodenrichtwerte werden alle zwei Jahre neu festgestellt und im Bodenrichtwertsystem BORIS Hessen der Gutachterausschüsse veröffentlicht. Sie sind im Geoportal Hessen gebührenfrei zugänglich.

Ein signifikanter Einfluss der Corona-Pandemie auf dem örtlichen Immobilienmarkt sei laut Rhiel jedoch derzeit nicht nachweisbar. Bei weiterhin niedrigen Zinsen sei zu erwarten, dass die Nachfrage auf den regionalen Immobilienmärkten noch anhält, jedoch gemäßigter als in den Vorjahren.

Sobald alle notariell beglaubigten Kaufverträge und weitere Immobilienmarktdaten ausgewertet sind, erscheint im Frühsommer der regionale Immobilienmarktbericht 2021. Er enthält die vollständigen Daten des Jahres 2020 und detaillierte Marktanalysen zu unterschiedlichen Fragestellungen.

Fragen zur Trendmeldung 2021 beantwortet Tobias Rhiel. Er leitet seit Dezember die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses im Amt für Bodenmanagement Marburg (Telefon: 06421 3873-3359, E-Mail: tobias.rhiel@hvbg.hessen.de).

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