Landwirte sorgen auf städtischen Flächen für biologische Vielfalt

Im Flurbereinigungsverfahren Lich-Langsdorf sind auf rund 25 000 Quadratmetern Ackerfläche Blüh- und Saumstreifen angelegt worden. Günter Block, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Langsdorf, hat die insgesamt neun Anlagen in den Gemarkungen Langsdorf und Hungen am 01.September an Lichs Bürgermeister Bernd Klein und Hungens Bürgermeister Rainer Wengorsch übergeben. Die Übergabe der Blüh- und Saumstreifen ist die letzte Maßnahme vor dem Abschluss des Flurbereinigungsverfahrens.

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Langsdorf-Blühstreifen

Getreu dem hessenweiten Motto „BIODIVERSITÄT BENÖTIGT LANDWIRTSCHAFT – LANDWIRTSCHAFT BENÖTIGT BIODIVERSITÄT“, haben die beiden Städte Lich und Hungen für die langfristige Sicherung und Erhaltung der Flächen langjährige Pacht- und Pflegeverträge mit verschiedenen örtlichen Bewirtschaftern abgeschlossen und genau das ist das Besondere daran. Das Konzept dazu ist von der Flurbereinigungsbehörde, dem Amt für Bodenmanagement Marburg, entwickelt, umgesetzt und von Hessen Mobil finanziert worden.

Anlass für das Flurbereinigungsverfahren war der Bau der Umgehungsstraße B 457. Durch diese neue Straße sind die landwirtschaftlichen Flächen und das ehemalige landwirtschaftliche Wege- und Gewässernetz zerschnitten worden. „Mit der Neuordnung von öffentlichen und privaten Flächen sind die entstandenen Nachteile weitgehend beseitigt worden“, so Stefanie Flecke, Leiterin im Amt für Bodenmanagement Marburg. Als Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft - entstanden durch die Veränderungen im Wegenetz -, sind Blüh- und Saumstreifen geschaffen worden.

Für Feldlerche, Rebhuhn, Feldhase, Bienen und viele andere Insekten bieten die Blühflächen ganzjährig neue Lebensräume.

Der größte Teil der Blühstreifen ist umgeben von Ackerfläche ohne direkten Anschluss an einen Weg, so können sich Wildtiere und -pflanzen weitgehend ungestört entwickeln. Darüber hinaus gehört fast das gesamte Gebiet zum Vogelschutzgebiet Wetterau, in dem Baumpflanzungen nicht erwünscht sind und ein Teil der neuen Blühflächen wichtige Rastplätze im Vogelzug darstellen.

„Das im Einvernehmen mit Eigentümern, Landwirten und Trägern öffentlicher Belange von Sigfried Koch (Landschaftspflege im AfB Marburg) entwickelte Blüh- und Saumstreifenkonzept unterstützt die landesweiten Maßnahmen im Rahmen der „Biodiversitätsstrategie Hessen“, so Jürgen Sauer (Verfahrensleiter im AfB Marburg). Die Artenreduzierung umzukehren gehört ebenso zu den Zielen wie, durch vielfältige Pflanzenarten das Nahrungsangebot für Bienen zu erhöhen und zusätzlichen Raum für Wildtiere und -pflanzen zu schaffen.

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