Mathematik praktisch erleben – Vermessen wie die Profis

„Wie hoch ist unsere Schulhof-Linde?“ – dieser und anderen Fragen gingen Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse gemeinsam mit Auszubildenden des Amtes für Bodenmanagement (AfB) Marburg im Gymnasium Steinmühle nach. Während des Unterrichts wurde nicht nur Trigonometrie, sondern auch die Ausbildung im AfB näher erkundet. Die Zusammenarbeit zwischen Praxis und Schule hat Tradition; sie findet bereits zum zwölften Mal statt und erreichte bislang mehr als 250 junge Menschen.

480_Am-Schulinstrument.jpg

Am Schulinstrument
Schülerin mit Schulinstrument

„Ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr Trigonometrie innerhalb unseres Projektunterrichts so handlungs- und praxisorientiert durchführen können. Toll, dass der Praxisteil mit den Profis mittlerweile fester Bestandteil geworden ist“, so der Mathematiklehrer Dr. Bernd Schweitzer zur Begrüßung. „Inzwischen besteht die Kooperation mit dem AfB Marburg bereits seit vier Jahren. Mit drei Terminen pro Schuljahr haben wir ja schon eine kleine Tradition begründet und kommen nach wie vor sehr gerne“,  resümierte Jörg Lipphardt, Ausbilder beim AfB Marburg gleich zu Beginn. „Auch werden wir inzwischen bereits von einigen Schülerinnen und Schülern beinahe wie alte Bekannte begrüßt“.

In Vorbereitung auf die Praxis beantworteten die Schülerinnen und Schüler Fragen, wo sie schon überall Geodaten, also Daten, die einen Bezug zur Erde besitzen, begegnet sind. Anschließend erklärte Pascal Drescher, Auszubildender im ersten Lehrjahr, dass die Erde keineswegs eine exakte Kugel sei und spannte den Bogen von der Erde als Scheibe über die Kugel bis zu den Erdfiguren Geoid und Ellipsoid. Die Klasse stellte Fragen wie beispielsweise „Warum beult die Erdfigur Geoid und man spürt nichts davon?“ oder „Man misst ja auch in der Höhe, auf Bergen und unter der Erde in Tunneln, worauf beziehen sich diese Messungen?“.

Für die Höhenbestimmung der Schulhof-Linde bauten die Schülerinnen und Schüler ein elektronisches Tachymeter im Hof auf und ermittelten damit präzise Messwerte an der Linde. Dieses professionelle Messgerät hatten die Auszubildenden vom AfB Marburg mitgebracht. Es handelt sich um ein Messinstrument, das Horizontalrichtungen (-winkel), Vertikalwinkel und Schrägstrecken erfasst. Mithilfe der Messwerte und Formeln der „ebenen Trigonometrie“ (Berechnung unbekannter Seiten und Winkel in einem beliebigen ebenen Dreieck) berechneten sie die Höhe des Baumes.

Lukas Cohrs, Auszubildender im dritten Lehrjahr, stellte zum Schluss der Schulstunde mit Hilfe der Erstellung eines Geoinformationssystems und der Verarbeitung, Analyse und Präsentation von Geobasisdaten den Ausbildungsberuf des Geomatikers / der Geomatikerin vor und betonte die guten Übernahme- und Berufsaussichten nach der Ausbildung. „Unsere Geobasisdaten und der professionelle Umgang damit spielen eine wesentliche Rolle in der heutigen Gesellschaft“, so Cohrs.

„Was kann Schülerinnen und Schülern die Sinnhaftigkeit des Lernens besser vermitteln als der Austausch mit Fachleuten, deren tägliches Handwerkszeug Trigonometrie ist? Die Motivation zum Lernen kommt dabei automatisch“, ergänzt Schweitzer.

„Aus unserer Sicht ist der heutige Termin sogar ein perfektes Beispiel für eine Win- Win-Situation“, ergänzten die Auszubildenden. Sie haben sich einerseits auf den Projekttag an der Schule vorbereiten müssen und haben so Ausbildungsinhalte wiederholen können, die später möglicherweise in Prüfungen abgefragt würden.

Kontakt für Pressevertreter
Pressesprecher: Herr Uwe Gärtner
Telefon: +49 611 / 535 - 5563
Fax: +49 611 / 327 60 50 39
E-Mail: uwe.gaertner@hvbg.hessen.de

Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation
Schaperstraße 16
65195 Wiesbaden

Hessen-Suche