Schutz für historische Denkmäler in Herbstein

Historische Grenzsteine haben als Kulturdenkmäler eine geschichtliche, künstlerische und wissenschaftliche Bedeutung für die Region, in der sie vorkommen. Viele Grenzsteine im Vogelsbergkreis sind durch private Sammelleidenschaft oder Veränderungen in der Landschaft gefährdet. Deshalb müssen sie nicht nur aus rechtlichen sondern auch aus historischen Gründen besonders geschützt werden. Dr. Friedhelm Röder nimmt sich der historischen Grenzsteine in Herbstein nun an.

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Dr. Friedhelm Röder ist Obmann für historische Grenzsteine in Herbstein

Am Grenzstein bei der Kreuzkapelle wurde er im Auftrag des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation  offiziell durch die Amtsleiterin des Amtes für Bodenmanagement (AfB) Fulda, Barbara Bachner, zum Obmann für historische Grenzsteine für das Gebiet der Stadt Herbstein bestellt. Auch Bürgermeister Bernhard Ziegler und Uwe Prihoda von Hessen Forst nahmen am Termin teil. „Ich freue sich sehr, dass sich Dr. Röder dieser wichtigen Aufgabe in unserem Gebiet annimmt, denn die historischen Denkmäler sind auch ein Stück Heimatgeschichte“, so Bürgermeister Ziegler. Barbara Bachner überreichte Dr. Röder sein Benennungsschreiben und dankte ihm für die Bereitschaft, das Ehrenamt zu übernehmen. „Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer neuen Aufgabe. Wir brauchen Menschen wie Sie, die sich für den Erhalt solcher Kulturdenkmäler einsetzen, damit sie für die Region und die Zukunft erhalten bleiben. Wir wünschen uns in diesem Zusammenhang auch eine gute Zusammenarbeit mit Hessen Forst“. Auch Prihoda konstatiert, dass Hessen Forst die Erhaltung historischer Grenzsteine unterstützt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestrebt sind, im Rahmen der forstlichen Bewirtschaftung diese zu sichern und zu erhalten. Er freut sich auf die Zusammenarbeit.

Dr. Röder verwies darauf, dass viele seiner ehemaligen Patienten Probleme mit der Abgrenzung in ihrem Alltag hatten, häufig "Ja" und nur selten "Nein" wählen konnten. So geben Grenzsteine, dem Sicherheit, der sie aufstellt, aber immer nur für einen begrenzten Zeitraum. Sie können deshalb eigene Geschichten erzählen, die bis in die Gegenwart reichen, man müsse nur richtig hinhören können.

Doch wie kam Obmann Röder zu der eher ungewöhnlichen ehrenamtlichen Aufgabe? Dr. med. Friedhelm Röder war bis vor kurzem praktizierender Psychiater. Sein Interesse galt jedoch schon immer geschichtlichen Themen. Da er häufig umgezogen ist, hat er sich an seinen neuen Wohnorten häufig mit der Heimatgeschichte des Ortes beschäftigt, so auch in seinem jetzigen Wohnort Herbstein. Er war bereits im Raum Bad Hersfeld Obmann für historische Grenzsteine und will dieses Ehrenamt in seiner neuen Heimat nun weiterführen.

Aufgabe der Obleute ist es, vorhandene historische Grenzsteine aufzusuchen,  zum Beispiel mit GPS, zu erfassen, zu dokumentieren, sie zu fotografieren und nach ihrer Art zu beschreiben. Gehört ein Stein beispielsweise zu einer früheren Grenze des Großherzogtums Hessen-Darmstadt? Wer historische Grenzsteine zerstört, gefährdet oder von ihrem Platz entfernt, handelt ordnungswidrig.

Bürgerinnen und Bürger, die Interesse an der Arbeit mit historischen Grenzsteinen haben, können sich beim AfB Fulda, beim Ansprechpartner für historische Grenzsteine, Bernd Kaiser, unter Tel. (0661) 8334 1114 melden.

Unterstützt werden die Obleute durch das jeweilige AfB, das Landesamt für Denkmalpflege Hessen und durch den Verein zur Pflege historischer Grenzmale Hessen e. V., zu dessen Gründungsmitgliedern Dr. Röder schon gehört.

Kontakt für Pressevertreter
Pressesprecher: Herr Uwe Gärtner
Telefon: +49 611 / 535 - 5563
Fax: +49 611 / 327 60 50 39
E-Mail: uwe.gaertner@hvbg.hessen.de

Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation
Schaperstraße 16
65195 Wiesbaden

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