Vom Schulprojekt zum Segelfliegerweg

„Ein Flugzeug zu erfinden, ist nichts. Es zu bauen, ein Anfang. Fliegen, das ist alles“, besagt das Zitat von Otto Lilienthal, dem ersten erfolgreichen Flieger. Die Welt des Segelflugs und deren Pionieren kann jedermann jetzt auf dem neuen Segelfliegerweg Wasserkuppe – Tour Poppenhausen „erwandern“ und bestaunen. Kein Ort könnte geeigneter dafür sein, als „das Land der offenen Fernen“. Am 9. Rhöner Wandertag wurde in Poppenhausen der elf Kilometer lange Segelfliegerweg Wasserkuppe – Tour Poppenhausen offiziell unter Schirmherrschaft von Innenminister Peter Beuth eröffnet. Auf der Tour von Poppenhausen zur Wasserkuppe gibt es auf 13 Stationen viel Interessantes und Kurioses zum Segelfliegen und seiner Geschichte zu entdecken.

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Segelflieger

Doch wie kam es zu dem Segelfliegerweg? Elisabeth Mihm und Jacqueline Otterbein, 2017 noch in Ausbildung zu Geomatikerinnen beim Amt für Bodenmanagement Fulda, suchten nach einem geeigneten Berufsschulprojekt im Bereich Kartographie. Der leidenschaftliche Poppenhäuser Segelflieger und Naturliebhaber Eberhard Nüdling, Opa von Elisabeth Mihm, hatte die Idee, Segelfliegen und Wandern in Form eines Segelfliegerweges miteinander zu verbinden.
Mihm und Otterbein hatten sich daraufhin in den Kopf gesetzt, das Projekt „Segelfliegerweg“ realisieren zu wollen, und haben nach geeigneten Unterstützern und Partnern gesucht. Ihre Ausbildungsstätte, das Amt für Bodenmanagement Fulda, begleitete die beiden bei der Projektumsetzung und lieferte die entsprechenden Geobasisdaten.
Die notwendigen Geodaten für die Infotafeln auf dem Weg stellten die beiden Auszubildenden für ihre Zwecke selbst zusammen. Genutzt wurden unter anderem Vegetation, Gewässer, Gebäude und das Straßen- und Wegenetz. Auf den Infotafeln enthalten ist auch die sogenannte Schummerung aus dem digital vorliegenden Geländemodell zur plastischen Darstellung des Geländes.

Die Gemeinde Poppenhausen erklärte sich als Projektpartner bereit und stellte eine geeignete Plattform für die Internetseite zum Segelfliegerweg zur Verfügung. Jacqueline Otterbein erstellte die Website und füllte diese in einem weiteren Schulprojekt mit Leben. Hergestellt und finanziert wurden die Infotafeln durch die Firma Schleicher Segelflugzeugbau. Weitere Unterstützer sind der Verein für Tourismus Poppenhausen, der Rhönklub Zweigverein Poppenhausen, das Deutsche Segelflugmuseum mit Modellflug auf der Wasserkuppe und die Buchautoren Peter F. Sellinger und Joachim Jenrich. Manfred Münch von der Firma Schleicher Segelflugzeugbau gestaltete das Design der Infotafeln und die entsprechenden Texte als Vertrauter von Eberhard Nüdling. Gemeinsam mit Seniorchef Edgar Kremer übernahm er die Koordination beim Bau der Tafeln.

Nun stand der Realisierung des Weges nichts mehr im Wege. Am 1. September 2018 war es soweit: Im Rahmen des 9. Rhöner Wandertages wurde der Weg offiziell eröffnet und steht jetzt jedermann zum Erkunden und „Erwandern“ zur Verfügung. Natürlich kann er auch noch durch weitere Touren ergänzt werden, Überlegungen dazu gibt es bereits.

Otterbein bei der Eröffnung: „Es hat viele Arbeitsstunden und ein paar eingelegte Nachtschichten benötigt, doch nun ist die Tour Poppenhausen auch dank vieler Unterstützer und Helfer rechtzeitig fertig geworden“. Mittlerweile ist Jacqueline Otterbein als Angestellte beim Amt für Bodenmanagement Fulda tätig. Elisabeth Mihm studiert Geoinformatik und Vermessung in Mainz. Mihm ergänze dazu: „Ich bin froh und dankbar, dass es mir möglich war, die Idee von meinem leider verstorbenen Opa Eberhard Nüdling gemeinsam mit meiner Kollegin Jacqueline Otterbein umzusetzen. Besonders beeindruckt bin ich, dass die als Schul- und Ausbildungsprojekt begonnene Arbeit verwirklicht werden konnte. Als Flugschülerin des Rhönflugs Poppenhausen e.V. ist es mir ein persönliches Anliegen, den Wanderern in der Rhön das Fliegen mit Hilfe dieses Wanderwegs näher zu bringen.“

Informationen zur Geomatiker-Ausbildung

Die Auszubildenden durchlaufen alle Bereiches des Amtes und erlernen die Grundlagen zum Führen des Liegenschaftskatasters, zur Neuordnung von Grundstücken in der Flurbereinigung und über die Landesvermessung. Auch die Bewertung von Grundstücken in der Immobilienwertermittlung oder der Aufbau einer Geodateninfrastruktur sind Inhalte der Ausbildung.

Die jungen Leute lernen raumbezogene Daten zu erfassen, mit Geoinformationssystemen zu verarbeiten und in Karten, Grafiken und multimedialen Produkten zu veranschaulichen. Der Berufsschulunterricht findet als Blockunterricht in Kassel statt. Das Amt für Bodenmanagement Fulda bietet darüber hinaus auch den dualen Bachelor-Studiengang Geoinformation und Kommunaltechnik (GeKo dual) an.

Kontakt für Pressevertreter
Pressesprecher: Herr Dr. Thomas Rossmanith
Telefon: +49 611 / 535 - 5399
Fax: +49 611 / 535 - 5309
E-Mail: thomas.rossmanith@hvbg.hessen.de

Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation
Schaperstraße 16
65195 Wiesbaden

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