Der betroffene Stein war vermutlich im Zuge von Mäharbeiten abgebrochen worden. Im Rahmen eines gemeinsamen Grenzfeststellungsverfahrens des Amts für Bodenmanagements in Büdingen sowie eines bayrischen Vermessungstrupps wurde der Stein nun wieder eingesetzt – und zwar exakt an seiner historischen Position. Der Bauhof der Stadt Alzenau hatte die Reparatur übernommen, bei der das Originalstück auf einem stabilen Betonsockel befestigt wurde, um es dauerhaft zu sichern.
Der Grenzstein stammt aus dem Jahr 1870, als die Landesgrenze zwischen den damaligen Königreichen Preußen auf Freigerichter Seite und Bayern auf Alzenauer Seite neu vermessen wurde. Entsprechend tragen die Seiten des Steins die eingemeißelten Bezeichnungen der beiden Königreiche. Derartige Grenzsteine wurden damals in regelmäßigen Abständen von etwa 70 bis 100 Metern gesetzt. Der nun erneuerte Stein markiert eine rund 71 Kilometer lange historische Handels-und Heeresroute, die Hanau mit Gemünden am Main verbindet und heute ein beliebter Wander-und Radweg ist.