Das Hochwasserrückhaltebecken dient zur Wasserrückhaltung und Regelung des Oberflächenwassers auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen. Es ist vorgesehen, die Entwässerung in der Weinbergslage „Klosterberg“ nordwestlich der Ortslage Kiedrich im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens weitgehend zu verändern und neu zu gestalten. So sind im Weinberg weitere lokale Wasserrückhaltemaßnahmen vorgesehen, um das abfließende Wasser vor Ort versickern zu lassen und so in der Fläche halten zu können. Dadurch soll die Menge an pflanzenverfügbarem Wasser in Zeiten des Klimawandels gesteigert werden.
Zusätzlich ist die Verlegung mehrerer Gräben geplant, die teilweise neu angeschlossen werden und nun auch in den Grünbach im Bereich des neuen Hochwasserrückhaltebeckens münden. Das führt zu einem erhöhten Abfluss in diesem Bereich, weshalb die Umsetzung von Maßnahmen zum Hochwasserrückhalt bei Wetterextremen notwendig wird. Aufgrund seiner Ortsnähe schützt es auch die örtliche Infrastruktur und Gebäude vor Hochwasser. Die Gefahr von Hochwasser kann so nachhaltig reduziert und Schäden vorgebeugt werden.
Denn bei 3,5 Kilometer Gesamtlänge verläuft der Grünbach auch über eine Strecke von einem Kilometer verrohrt durch die Ortslage. Diese Rohre können das Wasser allerdings nur eingeschränkt abfließen lassen - mit maximal 1.600 Liter Wasser pro Sekunde. Das neue Hochwasserrückhaltebecken sorgt nun dafür, dass bei Starkregen das Wasser zurückgehalten und gedrosselt weitergegeben wird. Herzstück der Anlage ist ein rund 41 Meter langes Dammbauwerk mit einem Durchlass für den Grünbach. Das Rückhaltevolumen liegt bei 980 Kubikmetern. Damit verfügt das Becken über ausreichend Volumen, um ein statistisch einmal in 100 Jahren auftretendes Hochwasser abzufangen.
Das Hochwasserrückhaltebecken „Grünbach“ wurde bereits 1996 im Wege- und Gewässerplan Kiedrich genehmigt. Die Gesamtkosten werden auf rund 890.000 Euro beziffert. 660.000 Euro davon sind durch Fördermittel der Flurbereinigungsförderung bereits abgedeckt. Die restlichen Kosten sollen von den etwa 810 Beteiligten der Teilnehmergesellschaft gezahlt werden.
Da sich das Wassereinzugsgebiet des Grünbachs und damit letztlich auch des Beckens über das Gebiet des Flurbereinigungsverfahrens hinaus erstreckt und die Gemeinde zudem ebenfalls vom Bau des Beckens als vorbeugende Hochwasserschutzmaßnahme profitiert, entscheidet die Gemeinde mit der Haushaltsaufstellung 2027 über eine finanzielle Unterstützung.