Auch die HVBG (Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation) entwickelt seit 2022 KI-Anwendungen, welche in der Erhebung des ATKIS Basis-DLM zum Einsatz kommen.
Hinter diesen Aktivitäten verbirgt sich Folgendes: Das öffentliche Vermessungswesen – also auch die Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation (HVBG) – war bislang dazu verpflichtet, Landschaftsveränderungen im Fünf-Jahres-Rhythmus zu identifizieren und in das digitale Landschaftsmodell (in der Fachwelt als ATKIS Basis-DLM bekannt) einzupflegen. Im Rahmen eines Beschlusses der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) im Jahr 2018 wurde der Zeitraum der „Grundaktualität“ auf drei Jahre verkürzt. Um dies mit bestehendem Personalstand erreichen zu können, hat man die Entwicklung der KI-Auswertung vorangetrieben.
Denn zur Erfassung von Landschaftsveränderungen sind Fernerkundungsdaten – also Satellitendaten sowie per Befliegung erhaltene Laserscans und Luftbilder – die Hauptquelle für zuverlässige Informationen. Die dabei gesammelten Daten sind allerdings nicht automatisch für das Basis-DLM geeignet, da dieses die Erdoberfläche im Vektorformat darstellt und die Bereiche Verkehr, Siedlung, Vegetation und Gewässer unterscheidet.
Die KI soll nun dabei helfen, die aus Fernerkundungs-Quellen gewonnenen Datensätze automatisierter und schneller analysieren und umwandeln zu können. In drei Pilotverfahren konnten dabei bereits erste Erfolge verbucht werden. Im ersten Pilotverfahren ging es um die „Klassifikation der Landbedeckung“ – also die Erfassung der Klassen Ackerland, Bebauung, vegetationslos, Wald/Gehölz, Wasser, Weinreben und Grünland. Die Erkennung von Änderungen an Tagebauen, Gruben und Steinbrüchen stand wiederum in einem zweiten Verfahren im Mittelpunkt. Und im dritten Pilotverfahren wurden die Standorte von Biogasanlagen automatisch identifiziert.
Inzwischen ist die KI auch in den offiziellen Arbeitsprozess integriert und wird schon in der Datenerfassung genutzt. Allerdings werden die Daten nicht vollautomatisch in den Datenbestand des Basis-DLM übernommen, sondern durch die händische Einarbeitung sogenannter „Änderungshinweise“.
Weitere Infos zum KI-Einsatz können Sie auch einem Artikel entnehmen, der in der zfV (Zeitschrift für Vermessungswesen) veröffentlicht wurde: