Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

Staatssekretärin Ines Fröhlich gratuliert den Absolventen

Geomatiker und Vermessungstechniker im Schloss Biebrich freigesprochen

Erfolgreich auf den Spuren von Carl Friedrich Gauß – dem von HLBG-Vizepräsident Dr. Thomas Rossmanith zum „Jedi-Meister der Geodäsie“ erklärten Wissenschaftler - wandeln seit vergangenem Donnerstag, 2. Juli, insgesamt 42 Auszubildende aus den zwei Ausbildungsberufen Geomatik und Vermessungstechnik. Sie haben mit der Sommerprüfung 2026 ihre Berufsausbildung erfolgreich bestanden und bekamen im Rahmen der Freisprechungsfeier im Schloss Biebrich der Landeshauptstadt Wiesbaden ihre Zeugnisse ausgehändigt.

Sogar Staatssekretärin Ines Fröhlich aus dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum (HMWVW) war gekommen, um den Absolventinnen und Absolventen zu gratulieren und Ihnen – auch im Namen von Minister Kaweh Mansoori - für die Zukunft alles Gute zu wünschen. Ausgerichtet wurde die Feier indes vom Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (HLBG), das als „Zuständige Stelle“ hessenweit die Berufsausbildung in Geomatik und Vermessungstechnik koordiniert.

Dessen Vizepräsident Dr. Rossmanith betonte im Anschluss - an die frischgebackenen Geomatikerinnen und Geomatiker sowie Vermessungstechnikerinnen und Vermessungstechniker gerichtet:

Sie haben nicht irgendeinen Beruf gewählt, sondern einen Beruf der Präzision, Genauigkeit, Verständigkeit und Kreativität erfordert. Oder wie es der deutsche Mathematiker und Physiker Carl Friedrich Gauß ausgedrückt hat: "Die Vermessung ist die Kunst, die Erde zu verstehen."

Dr. Rossmanith Vizepräsident
Wiesbaden

Zugleich, so Rossmanith, seien es zwei Berufe, die auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden. Ob in der Öffentlichen Verwaltung – etwa in der Landesvermessung, der Katasterverwaltung oder der Flurneuordnung – oder im Bereich der freien Wirtschaft – zum Beispiel in einem Architekturbüro für Bauplanung oder in einem Vermessungsbüro – Geodäten und Vermessungstechniker sind gefragt.

Dies bestätigte auch Jörg Mathes, der als Vorsitzender der BDVI-Landesgruppe Hessen, gratulierte. BDVI steht dabei für „Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure“. So könne das vom Bund initiierte „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“ gar nicht verbaut werden, ohne „unsere Vermessungsdaten, für deren Erhebung es gut ausgebildete Vermessungstechniker und Geodäten braucht.“ Der BDVI-Landesgruppe um Mathes gilt im Übrigen auch der Dank für die Spende des Fingerfood-Büffets, das im Anschluss an die Freisprechungsfeier beim Sektempfang allen Anwesenden prächtig mundete.

Mit der diesjährigen Sommer-Abschlussprüfung haben insgesamt 42 Prüflinge ihre Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen: 25 Geomatikerinnen und Geomatiker und 17 Vermessungstechnikerinnen und Vermessungstechniker wurden im Rahmen der Freisprechungsfeier gewürdigt. Ebenso waren die 18 Absolventinnen und Absolventen zu Gast, die ihre Ausbildung bereits im Januar 2026 nach vorgezogener Abschlussprüfung beendet haben. Auch diese erhielten eine entsprechende Anerkennung durch die geladenen Gäste.

Als prüfungsbeste Geomatiker bzw. Geomatikerinnen wurden in diesem Jahr ausgezeichnet: Sören Heiser (AfB Büdingen), Finn Matti Pfleging (AfB Heppenheim), Sarah Heil (Osthessen Netz GmbH) und Henry Hering (AfB Korbach).  In der Kategorie „Vermessungstechnik“ wurden Patrick Mades (Riemenschneider GmbH & Co. KG), Bruno Paes (Magistrat der Stadt Kassel), Jeco Hoppe (Mainova) und Chiara Weinbach (Bickhardt Bau) als Prüfungsbeste geehrt. Vorgenommen wurde die mit einem Buchgutschein verbundene Auszeichnung von Claudia Stotz, Nachwuchsreferentin des Deutschen Vereins für Vermessungswesen (DVW) Hessen.

Im Rahmen der Feier stellten darüber hinaus Finn Matti Pfleging (AFB Heppenheim), Sarah Heil (Osthessen Netz GmbH), Patrick Mades (Riemenschneider GmbH & Co. KG) und Chiara Weinbach (Bickhardt Bau) ihre betrieblichen Aufträge vor. Bei den „betrieblichen Aufträgen“ handelt es sich um praktische Arbeiten – ähnlich dem Gesellenstück von Handwerkern –, die in die Prüfungsnote mit einfließen.

Finn Matti Pfleging hat dafür zum Beispiel einen vier Quadratkilometer großen Kartenausschnitt im Bereich Bad König aktualisiert – und so dazu beigetragen das BasisDLM (Digitales Landschaftsmodell) auf dem neuesten Stand zu halten. Sarah Heil wiederum hat für Ihren Arbeitgeber, die Osthessen Netz GmbH, neu verlegte Wasserleitungen vermessen und einen Plan erstellt, sodass diese bei Bauarbeiten direkt gefunden werden können. Ebenfalls mit Wasserleitungen hatte Patrick Mades zu tun. Er plante einen Leitungsneubau und vermaß dafür die bereits vorhandene Anlage, sodass es zu keinen Kollisionen der Wasser führenden Rohre kommt. Und last but not least Chiara Weinbach, die für die Endaufnahme einer Bauausführung einen Bestandsplan erstellte.

Das HLBG ist Ausrichter der Freisprechungsfeier, weil es als sogenannte „Zuständige Stelle“ für eine Reihe von Ausbildungsberufen im öffentlichen Dienst die gesamte Durchführung der Berufsausbildung regelt und überwacht – darunter die Ausbildung zur Geomatikerin bzw. zum Geomatiker, zur Vermessungstechnikerin bzw. zum Vermessungstechniker, sowie die Ausbildung zur Fachkraft für Wasserwirtschaft.

Im Verbund der sieben Ämter für Bodenmanagement (ÄfB) ist die HVBG auch der Ausbildungsbetrieb mit den meisten auszubildenden Geomatikern in Hessen. Zudem bieten die ÄfB und das HLBG ein duales Studium zum Bachelor of Engineering Geodatenmanagement (B.Eng.) in Zusammenarbeit mit der Frankfurt University of Applied Sciences an. Darüber hinaus können junge Menschen eine Ausbildung in verschiedenen Beamtenlaufbahnen – je nach Voraussetzung für den mittleren, gehobenen oder höheren Dienst – absolvieren.

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